Das Aus für Visa-Runs

Es wird eng für „Touristen“, die dauerhaft in Thailand leben und zu diesem Zweck immer wieder ein- und ausreisen. Die Maßnahmen richten sich gegen illegale Arbeitsaufnahme. Echte Touristen sind davon nicht betroffen. Der Begriff Visa-Run bedeutet, dass jemand als Tourist einreist (ob nun mit oder ohne Touristenvisum), am Ende der Aufenthaltserlaubnis kurz ausreist nur um Minuten später mit einer neuen, befristeten Aufenthaltserlaubnis wieder einzureisen. Der Aufenthalt wird dabei nicht zu touristischen Zwecken genutzt, sondern häufig um ganzjährig in Thailand zu leben und zu arbeiten.

Im Folgenden die deutsche Übersetzung des heute in The Nation erschienen Artikels:

Ausländer, die regelmäßig Visa-Runs unternehmen, um ihren Aufenthalt in Thailand zu verlängern, haben weniger als einen Monat Zeit bevor durch die Behörden Maßnahmen durchgeführt werden, welche die Einwanderungs-Gesetze strenger anwenden werden.

Ab 13. August [2014] dürfen Personen nicht mehr mehrfach nach Thailand einreisen, und zwar unabhängig von der Art des Transportmittels.

Die Einwanderungsbehörde hat ihre Beamten bereits angewiesen, Ausländern, die Visa-Runs durchführen, die Einreise zu verweigern um Missbrauch von Touristen-Visa und Visa-Ausnahmen zu unterbinden, die nur dem Zweck dienen, in Thailand zu leben oder zu arbeiten.

Visa-Runs waren in letzter Zeit häufig bei Ausländern in Thailand. Dies wird ohne weiteres offenbar, weil eine einfache Suche im Netz etliche Firmen zutage fördert, die sogenannte „Visa Trips“ auch für Auswanderer anbieten die hier leben oder arbeiten wollen.

„Visa Runners“ sind diejenigen, die Thailand verlassen und unmittelbar danach wieder zurückkehren um ihre Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Durch den Missbrauch von 60-Tage Touristen-Visa und 30-Tage Verlängerungen, sind viele Ausländer in der Lage, illegal in Sprachschulen, Restaurants und anderen Geschäftszweigen zu arbeiten. Es ist für manche einfacher, auf diese Weise an Jobs zu kommen, weil etliche Arbeitgeber den komplizierten Prozess der Beantragung einer Arbeitserlaubnis und die damit verbundenen Kosten nicht auf sich nehmen möchten.

Ich habe schon mehrfach Visa-Runs gemacht, weil meine Arbeitgeber nicht bereit sind, eine Arbeitserlaubnis zu beantragen, bevor ich nicht die Probezeit bestanden habe. Wenn also die Visa-Runs künftig nicht mehr erlaubt sind, dann wird das Leben vieler Ausländer in Thailand dadurch beeinflusst werden. — sagt ein 46jähriger Amerikaner

Indessen steht auf der Website der Einwanderungsbehörde: „Bis zum 12. August [2014] wird Nachsicht geübt werden, allerdings nur bei Reisenden, die auf dem Luftweg ankommen. Ausländer die nach Thailand kommen, müssen ein Visum wählen das dem eigentlichen Zweck ihrer Reise entspricht.“

Denjenigen, denen bei einem Visa-Run eine Wiedereinreise gestattet wird, erhalten einen „O-I“ (Out-In) Hinweis neben dem letzten Einreisstempel. Ab 13. August [2014] wird dann niemandem mit einem „O-I“ Hinweis im Pass die Wiedereinreise gestattet, wenn er nicht ein dem Zweck der Reise entsprechendes Visum vorweisen kann.

Die Einwanderungsbehörde hat die Kontrollstellen an den Grenzen angewiesen, die Praxis des Visa-Runs zu stoppen. Diese Anweisung trat mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Der Chef des Bereichs 6 der Einwanderungsbehörde, Polizei-Generalmajor Tatchai Pitaneelabut, der Einwanderungs-Angelegenheiten im Süden Thailands überwacht, sagte, Visa-Runner kämen aus verschiedenen Ländern, auch aus Vietnam, Südkorea und Russland.

„Die reisen [als Touristen] ein und arbeiten dann als Reiseführer, Kellner, Kellnerinnen, usw.“ sagte er und hob hervor, dass es sich häufig um in Touristen-Zentren wie Phuket und Songkhla ansässige Personen handeln würde.

Jedoch, so der General weiter, wurde die Präsenz der sogenannten „Out-In“ Migranten im Süden bereits erheblich reduziert, weil Einwanderungsbeamte bereits in der Vergangenheit die geltenden Gesetze strikter angewendet haben.

Polizei-Oberstleutnant Weerawat Nilwat, ein Inspekteur an der Sungai Kolok Grenzkontrollstelle in der Narathiwat Provinz, teilte mit, dass Einwanderungsbeamte in seinem Bereich bereits mehr als 100 Betroffenen die Wiedereinreise in das Königreich [Thailand] verweigert haben.

„Wir müssen hier streng sein, weil wir Gesetze durchsetzen und Einwanderer angemessen kontrollieren müssen. Effektivität in diesem Bereich, reduziert Kriminalität,“ führte der Offizier weiter aus.

Polizei-Oberst Thirachai Dedkhad, der Chef des Sa Kaew Kontrollpunkts, sagte, dass Beamte unter seinem Kommando Visa-Runner derzeit noch nicht an der Wiedereinreise hindern würden. „Wir haben sie aber darauf hingewiesen, dass sie bei der nächsten Einreise in jedem Fall ein dem Aufenthaltszweck entsprechendes Visum benötigen.“

Desweiteren wurden auch Personen bei der Ausreise darauf hingewiesen, dass sie zur Rückkehr ein Visum benötigen würden.

„Wir haben keinen Zweifel daran gelassen, dass sie, sofern sie in Thailand arbeiten möchten, eine Arbeitserlaubnis und das dafür geeignete Visum brauchen“ sagte Thirachai weiter.

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