„National Security Act“ für Bangkok in Kraft

Während einer kurzen Fernsehansprache hat die thailändische Premier­ministerin Yingluck Shinawatra gestern abend gegen 21.30­Uhr Ortszeit mit­ge­teilt, dass für Bangkok und einige angrenzende Provinzen ab sofort be­son­de­re Vorschriften gelten. Grund sind die anhaltenden Demon­stra­ti­onen von Regierungsgegnern. Damit gilt der Internal Security Act (ISA) jetzt auch in der Provinz Samut Prakan, in der Bangkoks internationaler Flug­ha­fen Suvarnabhum liegt. Touristen sind derzeit von den Vorfällen nicht betroffen, das deutsche Auswärtige Amt hat dazu aktuelle Hinweise veröffentlicht. Auf jeden Fall sollten Reisende sich auf längere Anfahrtszeiten zum und vom internationalen Flughafen einstellen, da aufgrund von Staus in Bangkoks Innenstadt, Taximangel am Flughafen herrschen könnte. Der Flugbetrieb selbst ist nicht eingeschränkt.

Die deutsche Botschaft in Bangkok empfiehlt allen Reisenden und Residenten:

Angesichts dieser Lage wird dringend geraten, diese Demonstrationen wie auch jegliche Menschenansammlungen im Bangkoker Stadtgebiet zu meiden. Dies kann auch für die von Touristen regelmäßig besuchten Sehenswürdigkeiten gelten oder die Zufahrt zu diesen Orten gelten.

Der deutsche Botschafter in Bangkok, Rolf Schulze, hat in einer Email allen Residenten in Thailand folgendes geschrieben:

Die Proteste fanden in einer angespannten Atmosphäre statt, nur in vereinzelten Fällen ist es zur Anwendung von Gewalt gekommen.

Weiter wird Residenten und Langzeit-Urlaubern nahegelegt, sich im Krisenvorsorgesystem ELEFAND zu registrieren. Ich gebe diese Empfehlung hiermit weiter, ich bin seit ich in Thailand wohne dort registriert und man wird in Krisenfällen sowie bei anderen wichtigen Ereignissen per Email über die Vorgänge kompetent und sachlich informiert.

Bangkok Airport
Bangkok Airport

Das alles hört sich vielleicht dramatischer an, als es in Wirklichkeit ist. Ich will die Vorgänge nicht bagatellisieren, aber ich selbst habe erst aus den Medien davon erfahren. Der Alltag in Bangkok läuft, sofern man sich nicht in der Nähe der Demonstrationen befindet, völlig normal ab. Ich bin gestern und heute ohne die geringste Einschränkung wie üblich mit dem Moped in die Firma gefahren. Es ist ruhig in Bangkok, das Leben geht ganz normal seinen Lauf. Auch unsere Mitarbeiter sind keineswegs aufgeregt. Man sollte sich von der üblichen Panikmache der Medien nicht allzusehr verrückt machen lassen. Man sollte sich aber, das muss klar gesagt werden, von den Demonstrationen fern halten. Das Thema ist sehr komplex und es kann kaum, wie so gerne und oft von Westmedien praktiziert, nur auf die „Gelbhemden“ und „Rothemden“ reduziert werden. Das recht eigene Demokratieverständnis der Thais wird sich uns Europäern kaum jemals erschliessen, deshalb sollte man sich auf jeden Fall einfach aus den Konflikten raushalten.

Jeder muss natürlich für sich selbst entscheiden, wie er handelt. Ich persönlich würde einen anstehenden und länger geplanten Urlaub im „Land des Lächelns“ derzeit keinesfalls nur wegen dieser Demonstrationen absagen.

Update 27. November 2103: Richard Barrow hat eine Google-Map mit den Brennpunkten der Demonstrationen veröffentlicht, die ständig aktuell gehalten wird:


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