concrete5 vs TYPO3: Vorsicht, it’s cool man

Heute ist Feiertag in Thailand, der Chulalongkorn Memorial Day. Zeit für mich, auf die doch recht zahlreichen Reaktionen einzugehen, die mein vorletzter Blogbeitrag ausgelöst hat. Ich frage mich wirklich, wie ein kleines unbedeutendes Blog wie dieses hier erwachsene Menschen zu Kommentaren hinzureissen vermag, die sie am nächsten Tag bedauern würden, wenn ich sie nicht von Anfang an gleich zensiert hätte. Würde ich Windows mit Ubuntu vergleichen, würde das weder Microsoft noch Canonical auch nur im entferntesten jucken. TYPO3 indes darf man offenbar nicht kritisieren, auch nicht vergleichen, tut man es doch, kennt man sich nicht aus oder es mangelt einem gar an Fachkompetenz. Leute, sieht so heutzutage die „nette“ TYPO3-Community aus? Unberechtigte Kritik läßt man doch normalerweise links liegen, stimmt’s? Ist die Kritik an Neos und der Vergleich concrete5 vs. TYPO3 Neos vielleicht doch nicht so ungerechtfertigt?

Mit welchen hanebüchenen „Argumenten“ da gearbeitet wird, zeigt dieser Kommentar sehr schön:

[…] Im Prinzip rechtfertigen Sie sich hier mit der Argumentation dass TYPO3 nicht im asiatischen Raum läuft, lassen sich aber in Ihrem Blog scheinbar für den deutschen Markt bestimmt, in deutscher Sprache über das Produkt aus. Was denn nun? Was erwarten Sie denn von der Zielgruppe des Blogbeitrages? […] Facebook Kommentar

Hey, aufwachen! Da hat einer den Schuß nicht gehört. Erstens gibt es auch in Asien viele deutschsprachige Leser, zweitens ist das Internet nicht für „den deutschen Markt bestimmt“, sondern kann überall aufgerufen werden, selbst in Hinterindien. Ich kann’s nicht ändern. Drittens schreibe ich in deutscher Sprache, weil das meine Muttersprache ist und ich mich gerne präzise und verständlich ausdrücke, das geht mit Fremdsprachen nicht so gut. Last not least, gibt es vielleicht auch in Deutschland Leute, die concrete5 einmal ausprobieren möchten. Noch Fragen, Kienzle? Nein, Hauser!

Ich bin kein TYPO3 Gegner und auch kein TYPO3 Nörgler

Ganz im Gegenteil sogar. Ich mag nur TYPO3 Neos nicht und das hat einen ganz bestimmten Grund. Diesen habe ich auch in einem anderen Beitrag hier im Blog minutiös dargelegt. Die Zahlen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen der TYPO3 Association, folglich sollten sie richtig sein. Falsch addiert habe ich auch nicht. Den Zahlen zufolge wurde mit der Entwicklung von TYPO3 Neos im Jahre 2008 begonnen (da war der Codename noch Phoenix). Heute, also fast sechs Jahre später, kann die Version 1.0 Alpha 6 heruntergeladen werden. Man hat in diesem Zeitraum rund eine Million Schweizer Franken in die Neos Entwicklung gesteckt, während im selben Zeitraum nur rund 320.000 Schweizer Franken in die Weiterentwicklung und Modernisierung von TYPO3 CMS geflossen sind. Es ist selbstverständlich das Recht der TYPO3 Asociation, ihr Geld für das auszugeben, was sie für richtig hält, es ist aber auch mein Recht, das nicht richtig zu finden und es offen auszusprechen. Dieses Recht ergibt sich ja schon daraus, dass die Zahlen öffentlich verfügbar sind.

Ein Vergleich: Im Zeitraum April 2008 bis Oktober 2013 sind zwölf Ubuntu-Versionen erschienen. Kaum vorstellbar, dass heute noch jemand mit Ubuntu Version 8.04 LTS (erschienen am 24. April 2008) arbeiten würde. Die Entwicklung von TYPO3 Neos erstreckt sich über diesen gesamten Zeitraum und ist noch immer nicht abgeschlossen.

Nun mag jemand sagen, dass viele Ergebnisse der Neos-Entwicklung in TYPO3 CMS eingeflossen sind. Das stimmt natürlich, aber das sind Backports. Folglich wird TYPO3 CMS immer der Entwicklung von TYPO3 Neos hinterherhinken, mehr noch, sogar davon abhängig sein.

Die bessere und gerechtere Vorgehensweise wäre nach meiner Meinung gewesen, das gesamte Geld (das wären also rund 1,3 Millionen Schweizer Franken gewesen) in die Modernisierung und Weiterentwicklung von TYPO3 CMS zu stecken. Dann hätten wir heute höchstwahrscheinlich ein top-modernes TYPO3 mit hochaktueller Code-Basis. Dass nämlich eine Modernisierung dringend nötig war, steht ja völlig außer Frage. Die Neos-Fraktion hätte ihr CMS ja trotzdem gerne in Eigenregie entwickeln können. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Totschlag-Argument Nr. 1: Mitmachen statt Meckern

[…] Anstatt Dinge immer nur schlecht zu reden, bietet Open Source ja den Vorteil, dass man statt dessen Sachen verbessern kann, die einem nicht gefallen. Dazu muss man noch nicht mal Programmierer sein, es gibt 1000 Möglichkeiten, an einem Community Projekt konstruktiv mitzuarbeiten. Da wäre die Energie viel besser investiert. […] Facebook Kommentar

Diese im Kern natürlich völlig richtige Aussage, wird einem bei jeder sich bietenden Gelegenheit um die Ohren gehauen und in Facebook nur allzugern gemeinschaftlich „abgeliked“. Nun gut, es ist ein Standpunkt, nur leider ist er rein theoretisch. Denn um wirklich produktiv an einem Projekt mitarbeiten zu können, ist eine der Grundvoraussetzungen, dass man von diesem Projekt auch überzeugt ist und voll dahinter steht. Sonst führt eine Teilnahme nur zu Reibereien, wenn auch auf einer anderen Ebene.

Ein wesentlicher Punkt ist auch, dass man um wirklich mitarbeiten zu können, erstens die führenden Persönlichkeiten der Community bei Meetings treffen muß und zweitens, dass man mit ihnen auf einer „Wellenlänge“ funkt. Wenn jemand schon (wie ich) die Grundsatzentscheidungen jener Menschen nicht mittragen will, welchen Sinn macht dann ein Sich-Einbringen in das Projekt? Zum anderen ist es für mich persönlich völlig unmöglich, drei- bis viermal pro Jahr von Thailand nach Deutschland zu TYPO3-Veranstaltungen zu reisen.

Die Verbreitung von TYPO3 spricht eine deutliche Sprache

Wenn man dem TYPO3 CMS census glauben mag, ergibt sich leider auch hier ein dem üblichen „Community-Gejubel“ widersprechendes Bild. Zunächst einmal fällt die Verbreitung mit 89.052 TYPO3-Installationen (Stand 14. Sept. 2013) eher bescheiden aus. Allerdings erscheint mir diese geringe Zahl nicht unbedingt überzeugend. BuiltWith.com findet da fast das dreifache, während metagenerator.info nur die Hälfte zu finden glaubt. Es wäre interessant, die Methoden der Analyse zu kennen. Trotzdem fällt auf, dass die deutliche Mehrheit der mit TYPO3 umgesetzten Websites den Top 1 Million Sites zuzurechnen ist, einem Genre also, das man auch als „Lieschen-Müller-Sites“ bezeichnen könnte. Solcherlei Projekte sind auf jeden Fall mit concrete5 wesentlich schneller umgesetzt. Die aus den verfügbaren Informationen extrahierten Fakten widersprechen auch deutlich dem häufig gehörten Argument, TYPO3 sei ein Enterprise-CMS, das in einer „ganz anderen Liga“ spiele als Konkurrenz-Produkte und schon deshalb nach völlig anderen Kriterien beurteilt werden müsse. Wäre das wirklich so, müssten auch wesentlich mehr Sites aus dem Bereich Top 10.000 vertreten sein.

Noch interessanter ist diese Grafik:

TYPO3 Versionen weltweit

Es ist doch bedenklich, feststellen zu müssen, dass 47,4% der TYPO3 Installationen noch immer von der Version 4.5.x LTS abgedeckt werden. Gut 30% verwenden gar völlig veraltete und nicht mehr untersützte Versionen bis hin zur Uralt-Version 3.6.x – daraus kann man den Schluß ziehen, dass die neueren Versionen (4.6.x bis 6.x.x) nur recht zögerlich angenommen werden. Ich selbst verwende auch die Version 4.5.x LTS (Support noch bis Oktober 2014) sehr gerne und überwiegend für Kunden-Projekte. Man kann sich darauf verlassen und Extensions von kleiner bis mittlerer Komplexität sind schnell geschrieben. Allerdings besteht hier natürlich immer das Problem, dem Kunden erklären zu müssen was passiert, wenn der LTS-Support ausläuft. Ein weiterer Grund für meine permanente Verunsicherung bezüglich TYPO3.

Was würde ich persönlich anders machen?

Damit dieser Artikel nicht ganz so negativ daherkommt, abschließend einige Vorschläge, die ich sofort umsetzen würde, wenn ich bei TYPO3 etwas zu sagen hätte. Ich befürchte halt nur, dass sie erneut keiner hören will.

  • TYPO3 braucht wieder eine Führungspersönlichkeit. Jemand, dessen Gesicht für TYPO3 steht und der von der Community akzeptiert wird. Trifft dieser Jemand eine Entscheidung, muß sie eben akzeptiert werden, ansonsten stehen andere Projekte zur Mitwirkung offen. TYPO3 braucht wieder jemanden, wie Kasper Skårhøj es einst gewesen ist.
  • Der Versions-Hick-Hack muß aufhören. Kunden müssen mit ein paar Klicks feststellen können, welche Version aktuell ist und welche nicht. Es ist ein Unding, jedesmal erklären zu müssen, dass die Verison 4.5.x LTS nicht hoffnungslos veraltet ist, wo es doch schon 6.1.x gibt. Das hört sich wie ein Quantensprung an. Der Kunde will, dass seine Website läuft und auch in zwei Jahren noch ein Update möglich ist, ohne dass Extensions (aus dem TER wohlgemerkt, nicht Eigenentwicklungen) plötzlich nicht mehr laufen. Der Kunde interssiert sich nicht für Arrays, OOP und eleganten PHP-Programmierstil, wenn er statt seiner gewohnten Seite nur noch Fehlermeldungen sieht.
  • Nach meiner Meinung herrscht ein Konkurrenz-Denken zwischen den TYPO3 CMS und den TYPO3 Neos Teams. Das wird zwar ständig verneint, wie ist es aber dann zu erklären, dass Jubel ausbricht, wenn TemplaVoila „beerdigt“ wird? Dass solcherlei Gehabe dem Gesamtprojekt keineswegs gut tut, braucht man wohl nicht extra erwähnen.
  • Es sollte ein klarer Überblick für Kunden und Integratoren zur Verfügung stehen, wann neue Versionen erscheinen, was die neuen Features sind und was nicht mehr funktioniert. Diese Dinge sollte man nicht nur aus dem Bugtracker erfahren können.
  • Das Extension Repository sollte endlich und radikal von den uralten und unsäglichen Extensions befreit werden, die seit Jahren nicht mehr gepflegt werden und die auch niemand jemals wieder pflegen wird. Ein Bewertungssystem für Extensions wäre durchaus angebracht. Es ist nämlich gar nicht alles so toll, was man im TER zuweilen findet.
  • Was spricht eigentlich gegen Enterprise-Extensions (wobei ich mit Enterprise meine, dass sie nur für gewinn­orien­tierte Unternehmen Sinn macht), die man nur erhält, wenn man einen Obulus dafür entrichtet? Was sind 20 oder 30 Euro für eine Firma, die Geld mit ihrer Website verdient? Im TER existieren Extensions, die mehrere hunderttausend Mal heruntergeladen wurden. Ganz sicher wäre das ein zusätzlicher Anreiz für Entwickler, erstens neue Extensions zu schreiben und zweitens, bereits existierende ständig auf dem aktuellen Stand zu halten. Auch der Support für Anwender würde sich dadurch erheblich verbessern. Frei im Sinne von freie Software. Nicht im Sinne von Freibier! Was spricht denn dagegen?

6 Gedanken zu „concrete5 vs TYPO3: Vorsicht, it’s cool man“

  1. Ich höre immer NEOS – hab es bis heute (auch in der Version 1.0.1) nicht geschafft NEOS auf einem stinknormalen Debian mit Pleskaufbau zu installieren. Die Installationsanleitungen sind eine Lachnummer und über eine Doku rede ich schon nicht mehr.
    Dafür 5 Jahre Entwicklungszeit ?
    Cool nenne ich was anderes.

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  2. TYPO3 braucht wieder eine Führungspersönlichkeit.

    Ich bezweifle jetzt einfach mal ganz stark, dass uns dieser Blogpost erspart geblieben wäre, wenn eine „Führungspersönlichkeit“ die Entscheidungen getroffen hätte, die zum jetzigen Status Quo geführt haben.

    Insgesamt geht es hier doch um persönliche Befindlichkeiten des Autors, der mit der Entwicklung von TYPO3 unzufrieden ist. Ich persönlich bin dagegen mit der Entwicklung von TYPO3 zufrieden.

    Auch wenn einiges an Geld in die Entwicklung von Neos investiert wurde, finde ich, dass der Vergleich mit Ubuntu hinkt. Die TYPO3 Association ist mit einem Unternehmen wie Canonical schlicht nicht zu vergleichen.

    Die Geschichte mit dem Konkurrenzdenken ist lediglich ein vom Autor in die Welt gesetztes Gerücht, welches sich nur schwer widerlegen lässt und somit keine Grundlage für eine objektive Diskussion bietet.

    Die Argumentation bezüglich des Versionshickhacks widerlegt sich im Grunde selbst:
    Wenn der Kunde nur möchte, dass seine Website läuft, muss man ihm auch nicht erklären, warum es Versionsunterschiede gibt.

    Und es ergibt wenig Sinn, wenn sich das Hauptprodukt an der Entwicklung von Produkterweiterungen orientiert. Die Entwickler der Extensions müssen ihre Produkte an dem Hauptprodukt ausrichten. Alles andere bedeutet Stillstand. (Wenn ich mein Auto auf einen Elektromotor umrüste, erwarte ich auch nicht, dass ich statt Strom aus der Steckdose weiterhin Benzin tanken kann)

    Die Entscheidung für den Versionssprung finde ich persönlich wiederum absolut nachvollziehbar. Warum der Autor damit Probleme hat, bleibt dagegen unklar. Somit bleibt hier ein einfaches „Ich versteh’s nicht und deshalb finde ich es doof.“ im Raum stehen.

    Das Extension Repository entwickelt sich bereits in die angesprochene Richtung, von daher muss man darüber auch nicht weiter diskutieren.

    Und die angesprochenen Enterprise-Extensions gibt es teilweise schon, wobei ich persönlich nicht viel davon halte, weil dies m. E. mittel- bis langfristig zu einer stärkeren Kommerzialisierung des gesamten Umfelds führt, in dem sich jeder Extensionentwickler dreimal überlegt, ob er seine Arbeit „verschenkt“, während sich andere für eventuell ähnliche Arbeiten bezahlen lassen. Hier finde ich den Crowdfunding-Ansatz noch am sinnvollsten.

    Ein letzter Punkt noch:
    Ich finde nicht, dass „Mitmachen statt Meckern“ ein Totschlag-Argument ist.
    Ein freies System – sei es Software oder eine Gesellschaft – lebt davon, dass sich die Menschen, die es nutzen oder darin leben, aktiv einbringen. Das ist in meinen Augen nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verpflichtung. Alles andere ist unterlassene Hilfeleistung.

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    • Der Blogpost wäre mit Sicherheit auch gekommen, wenn es einen Leader gäbe bei TYPO3 und die Entwicklung gleich abgelaufen wäre. Allerdings richtete die Kritik sich dann an eben diese(n) Person(en). Auch Ubuntu ist ein Community-Projekt und auch Unity wird kontrovers diskutiert, sehr kontrovers sogar. Wenn Mark Shuttleworth jeden dazu aufforderen würde, Unity doch einfach „besser zu machen“, wenn es ihm nicht passt, dann hätte er einiges zu tun. Trotzdem ist Kritik erlaubt, wenn nicht sogar erwünscht und wem Unity nicht gefällt, der nimmt halt was anderes. Genau das ist ja auch meine Vorgehensweise in dieser Analogie.

      Die TYPO3 Association ist mit einem Unternehmen wie Canonical schlicht nicht zu vergleichen

      Das ist sie in der Tat nicht, das ist aber eher schade.

      Die Entwickler der Extensions müssen ihre Produkte an dem Hauptprodukt ausrichten.

      Was ist das Hauptprodukt? Neos etwa? Ging aber schnell mit dem Wachstum des Kindes, falls Du das so gemeint hast.

      Alles andere ist unterlassene Hilfeleistung.

      Unterlassene Hilfeleistung kann es ja nur dann geben, wenn überhaupt Hilfe notwendig ist. Wie ich den Kommentaren entnehme, ist aber alles in bester Ordnung. Wozu also Hilfe? Wenn aber alles in bester Ordnung ist, dann kann man doch den einen Spinner, der da Probleme sieht, in aller Ruhe vor sich hinbloggen lassen, oder etwa nicht?

      Auch Kritik kann eine Art „Hilfe“ sein. Wenn ich ein Produkt hätte, von dem ich weiß, dass es konkurrenzlos klasse ist, dann würden mich Blogger, die das Ding verreißen, nicht im Mindesten stören. So handhaben das eigentlich alle. Soll ich mal einen Artikel schreiben, Headline: Unity ist schei… ? Wetten, Canonical meldet sich hier nicht? Wetten es käme nicht ein einziger Kommentar „Mach’s halt besser, arbeite halt mit“? Das einzige, was käme, wäre der Hinweis „Dann nimm’s halt nicht, gibt ja genu Unix-Desktops“. Et voilà – deshalb suche ich nach Alternativen. Vielleicht interessieren sich auch andere für Alternativen? Wenn nicht, juckt mich das auch nicht, ehrlich gesagt.

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      • @Carsten Falkenberg

        Und die angesprochenen Enterprise-Extensions gibt es teilweise schon, wobei ich persönlich nicht viel davon halte, weil dies m. E. mittel- bis langfristig zu einer stärkeren Kommerzialisierung des gesamten Umfelds führt, in dem sich jeder Extensionentwickler dreimal überlegt, ob er seine Arbeit „verschenkt“, während sich andere für eventuell ähnliche Arbeiten bezahlen lassen.

        Sorry, aber die Kommerzialisierung hat doch längst stattgefunden. Ich kenne jedenfalls keine „Typo3-Agentur“ die freiwillig und kostenfrei Ihren erzeugten Code, ob es nun eine Extension oder ein Template oder … der Community zur Verfügung stellt.

        @Carsten Falkenberg

        … ein freies System – sei es Software oder eine Gesellschaft – lebt davon, dass sich die Menschen, die es nutzen oder darin leben, aktiv einbringen. Das ist in meinen Augen nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verpflichtung. Alles andere ist unterlassene Hilfeleistung.

        Lieber Casten,
        fromme Sprüche! – lassen wir mal die Gesellschaft weg und schauen nur auf eine Software – wo ist denn Deine Hilfeleistung?
        Stellst Du mir Deine T3D-Files (für die dein Kunde ja schon bezahlt hat), kostenfrei zur Verfügung?
        Wo bringst Du Dich auf Typo3.org ungeachtet eines kommerziellen Gedanken ein?

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  3. Nur mal so als Info: T3CENSUS meldet, dass vom Crawler am 14. September gerade mal die Promillegrenze des IP4-Adressraums überschritten wurde. Die Daten sind also noch weit entfernt davon, statistisch relevant zu sein, dennoch wurden bereits fast 90.000 Installationen gefunden. Die in den konkrete Zahlen wahrzunehmende „zögerlichen Annahme“ dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass 4.5 ein LTS-Release ist. Statistisch relevant wird dann ein Vergleich der Zahlen von 4.5 und 6.2 ein Jahr vor Ende der Laufzeit sein. Ansonsten ist innerhalb der Gruppen, die sich durch einen Breaking-Change unterscheiden immer die neuere Version vorn.

    Bzgl. der Dinge, die Du anders machen würdest: Bis auf die Führungspersönlichkeit, die sich nicht mal eben aus dem Boden stampfen lässt – oder hast Du da jemand konkretes im Sinn? – wird das alles bereits umgesetzt, selbst die von Dir angezweifelte Zusammenarbeit zwischen NEOS und CMS. Sicherlich gibt’s immer mal den einen oder anderen Egozentriker, der ein wenig aus dem Ruder läuft, aber das ist IMHO in jeder größeren Gruppe von Menschen so und leider nicht zu vermeiden.

    Es gibt klar definierte CMS-Versionen, von denen aktuell 2 als LTS geplant sind:
    http://typo3.org/roadmap/

    Das TER wird gerade aktiv aufgeräumt und es gibt zusätzliche Filter, um veraltete Extensions zu ignorieren:
    http://typo3.org/extensions/repository/

    Enterprise-Extensions mit early access, wie z.B. solr gibt es schon seit geraumer Zeit und zusätzlich haben wir inzwischen auch das Crowd-Funding zur Finanzierung von Extensions entdeckt:
    http://www.typo3-solr.com/de/sponsoren/sponsor-werden/
    http://www.startnext.de/typo3-grid-elements-2-0
    http://t3con13de.typo3.org/program/community-day/hear/typo3-themes/

    Du siehst, es tut sich weitaus mehr, als Du behauptest! Und weil das so ist, kann ich durchaus nachvollziehen, dass einige derjenigen, die aktiv daran mitarbeiten, echt angepisst reagieren, wenn jemand komplett an dieser Realität vorbei argumentiert, ohne auch nur eine einzige Zeile Code, News, PR, Design oder was auch immer zum Projekt beizutragen.

    Was würde ich persönlich anders machen? – Z.B. Fakten zusammentragen und sachlich anstatt polemisch bewerten, aktiv mitarbeiten in welcher Form auch immer. Könnte die Akzeptanz von Kritik übrigens deutlich erhöhen :-)

    PS: Das Bejubeln der „Beerdigung von TV“ war übrigens fraktionsübergreifend und daher kein Indiz für mangelnde Zusammenarbeit der beiden Teams sondern für die teilweise durchaus berechtigte Frustration der Entwickler, die sich bisher damit rumschlagen mussten.

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    • Dass die statischtische Relevanz einer einzigen Quelle nur gering ist, weiß ich natürlich. Deshalb habe habe ich ja auch drei angegeben, die allerdings kaum etwas am Gesamtergebnis ändern.

      Die Unklarheit bei den Versionsnummern kommen wohl daher, daß Version 5.x einfach übersprungen wurde. Es gibt keinen für mich nachvollziehbaren Grund dafür. Weshalb musste man Version 5.x für Neos „reservieren“, welches dann ohnehin als eigenständiges Produkt angekündigt wurde und erschienen ist. Wäre das nicht gewesen, könnte absolut jeder nachvollziehen, dass der 4er Zweig eben LTS ist und der 5er Zweig sich in der Entwicklung befindet. Nach 4 kommt 5 und nicht 6. Ich glaube, das bestreitet niemand.

      Crowd-Funding und etwas für eine Extension zu bezahlen, wenn man sie nutzt, sind zwei verschiedene Dinge. Crowd-Funding setzt ja schon voraus, dass man sich mit einem Produkt identifiziert und ihm vertraut. Das ist etwas völlig anderes, als 30 Euro zu bezahlen, weil man davon ausgehen kann, dass eine Extension, die 100 positive Bewertungen erhalten hat, nicht der letzte Schrott sein kann. Und selbst wenn, was sind schon 30 Euro. Der größte Unterschied ist aber, dass bei Crowd-Funding nichts fertig ist, bei einer Enterprise-Extension kann ich sie aber direkt nach Bezahlung benutzen.

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